ARCHITEKTUR × AI – Im Dialog zum Modell. In Varianten weiterdenken.

Wie aus Technologie und Planungswissen neue Arbeitsabläufe für Machbarkeit, Visualisierung und BIM entstehen.

Freitag, 4. Dezember 202608:00 – 09:00Online Event

Über das Event

„Ein Geschoss weniger. Die gleiche Nutzung. Welche Möglichkeiten bleiben?“

Was passiert, wenn solche Fragen unmittelbar am Modell untersucht werden können? Wenn Entwurfsideen im Dialog Gestalt annehmen, Varianten vergleichbar werden und wiederkehrende BIM-Aufgaben gezielt bearbeitet werden können?

KI eröffnet neue Möglichkeiten im architektonischen Entwurfs- und Planungsprozess. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Anforderungen, gestalterischer Absicht und digitalem Modell: Wie lassen sich Ideen schneller untersuchen, Ergebnisse überprüfen und für die weitere Planung nutzbar machen?

Wolfgang Moderegger und Daniel Späh verbinden den Blick auf die Veränderung der Architektur mit konkreten Anwendungen. Als Grundlage dienen 90 ausgearbeitete Use Cases entlang der Leistungsphasen 1 bis 9. Drei ausgewählte Demonstrationen zeigen, wie sich typische Aufgaben im Architekturbüro verändern können – mit nachvollziehbaren Eingangsdaten, sichtbaren Arbeitsschritten und überprüfbaren Ergebnissen.

1. Was geht auf diesem Grundstück? – Machbarkeit und Varianten

Aus Grundstücksgeometrie, Raumprogramm und vorgeprüften Planungsvorgaben werden unterschiedliche Baukörpervarianten entwickelt. Wir zeigen, wie KI Anforderungen strukturiert und über vorbereitete Skripte die Modellierung in Blender/Bonsai unterstützt.

Flächen und Volumen werden berechnet, Varianten gegenübergestellt und Änderungen im Dialog untersucht: Was bedeutet ein Geschoss weniger? Wie verändert sich die Flächenverteilung? Welche Lösung erfüllt das Raumprogramm am besten? Annahmen und offene Prüfpunkte bleiben dabei sichtbar.

2. Wie könnte dieser Entwurf wirken? – Visualisierung und Abstimmung

Derselbe Entwurf, unterschiedliche Materialien, Fassaden und Sonnenschutzkonzepte: Aus festgelegten Modellansichten entstehen Visualisierungen für die Diskussion mit Bauherren und Planungspartnern.

Wir untersuchen, wie sich gestalterische Absichten gezielt formulieren und Alternativen schrittweise weiterentwickeln lassen. Dabei geht es auch um die Verbindung zwischen Bild und Planung: Welche Merkmale sollen erhalten bleiben? Wo verändert die Bildgenerierung unbeabsichtigt die Geometrie? Und wie werden geeignete Ideen in den Entwurf zurückgeführt?

3. Welche BIM-Fleißarbeit kann KI übernehmen? – Modellinformationen und Qualität

Welche Türen haben keine erforderliche Brandschutzangabe? Auf welchen Geschossen liegen sie? Welche Informationen lassen sich aus einer freigegebenen Türtypenliste ergänzen?

An einem IFC-Modell zeigen wir, wie ein sprachlich formulierter Auftrag in eine ausführbare Prüfung übersetzt wird. Geeignete Modellwerkzeuge liefern die Prüfergebnisse; KI unterstützt bei ihrer Aufbereitung. So entstehen konkrete Fundstellen im Modell, ein nachvollziehbarer Prüfbericht und gezielte Aufgaben für die Weiterbearbeitung.

Was bedeutet das für die Arbeit von Architektinnen und Architekten?

Die Beispiele eröffnen eine größere Frage: Wie verändert sich Planung, wenn mehr Varianten untersucht werden können und Informationen über einzelne Arbeitsschritte hinweg nutzbar bleiben? Welche Routinen lassen sich automatisieren? Und wo gewinnen Erfahrung, Urteilskraft und gestalterische Haltung zusätzlich an Bedeutung?

Wir besprechen, welche Daten, Werkzeuganbindungen und fachlichen Kontrollen die Anwendungen benötigen. Modellbearbeitung und Prüfungen erfolgen in vorbereiteten Abläufen. Planungsrechtliche Bewertungen, sicherheitsrelevante Festlegungen und fachliche Freigaben bleiben bei den verantwortlichen Personen.