Ein neuer Ariadne-Report macht deutlich: Bei Nichtwohngebäuden endet die Zeit der freiwilligen Effizienzversprechen. Die EU-Gebäuderichtlinie sieht vor, dass bis 2030 die 16 % ineffizientesten Nichtwohngebäude modernisiert werden, bis 2033 die 26 % ineffizientesten NWG. Deutschland soll diese Vorgaben über das Gebäudemodernisierungsgesetz umsetzen.
Die gute Nachricht: MEPS bedeuten nicht automatisch teure Vollsanierung. Die unbequeme Nachricht: Abwarten wird trotzdem riskant. Laut Studie reichen bei vielen Gebäuden bereits vergleichsweise einfache Maßnahmen aus, etwa LED-Beleuchtung, Photovoltaik und Heizungsoptimierung.
Gerade Bürogebäude stehen im Fokus. Nichtwohngebäude machen zwar nur rund 9 % der Gebäudezahl aus, stehen aber für etwa ein Drittel der beheizten Nutzfläche sowie des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen im Gebäudesektor. Gleichzeitig liegt die energetische Sanierungsrate bei mageren 0,7 % pro Jahr. Das passt nicht zu einem klimaneutralen Gebäudebestand bis 2045.
Auch der Markt sendet längst Signale. Bei Büroangeboten mit Bedarfsausweis lagen MEPS-konforme Objekte im Median bei rund 13,90 €/m², nicht konforme bei rund 12,00 €/m². Diese Werte sind nicht lage- oder qualitätsbereinigt, aber sie zeigen: Effizienz ist nicht nur Regulatorik. Sie wird Teil der Vermietbarkeit, der Bewertung und der Zukunftsfähigkeit eines Objekts.
Damit wird Energieeffizienz vom Nachhaltigkeitslabel zur Bestandsfrage. Wer heute keine belastbaren Verbrauchsdaten, Energieausweise und Maßnahmenpläne hat, fliegt blind in eine Regulierung, die sehr konkret werden dürfte. Entscheidend ist dabei nicht, überall sofort das Maximalprogramm zu starten. Entscheidend ist, die richtigen Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge umzusetzen: Dach vor PV, Wärmeerzeugung und Speicher zusammen denken, ohnehin anstehende Instandhaltung nutzen.
Der Report zeigt aber auch, wo es kompliziert wird. Bei sozialen Immobilien wie Kitas fallen Eigentum, Betrieb und Finanzierung häufig auseinander. Klimaschutzinvestitionen lassen sich dort kaum einfach umlegen. Ohne gezielte Förderung und klare Zuständigkeiten drohen ausgerechnet Einrichtungen mit hoher gesellschaftlicher Bedeutung zwischen Regulierung und knappen Budgets aufgerieben zu werden.
Fazit: MEPS sind kein bürokratisches Randthema. Sie sind ein Stresstest für den Bestand. Wer ineffiziente Gebäude weiterlaufen lässt, riskiert steigende Kosten, sinkende Attraktivität und regulatorischen Druck.
